Die Biberbahn im Rampenlicht: Vom SWR bis ins ARD-Morgenmagazin

Stuttgarter Zeitung, SWR und ARD-Morgenmagazin haben die Biberbahn in den vergangenen Monaten begleitet. Im Mittelpunkt stehen das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement, die selbst gebauten Haltepunkte und das Ziel, die Ablachtalbahn dauerhaft für den täglichen Personenverkehr zurückzubringen.

So viel überregionale Aufmerksamkeit für die Biberbahn gab es wohl selten: Gleich mehrere große Medien haben in den vergangenen Monaten ausführlich über die Ablachtalbahn berichtet. Nach der Stuttgarter Zeitung und dem SWR war zuletzt sogar das ARD-Morgenmagazin mit einem Kamerateam bei uns zu Gast.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um einen interessanten Freizeitverkehr zwischen Bodensee und Donau. Im Mittelpunkt der Berichte stehen vor allem die Menschen hinter der Biberbahn, das ungewöhnlich große ehrenamtliche Engagement entlang der Strecke – und die Frage, warum aus einer nachweislich wirtschaftlich reaktivierbaren Bahn noch immer kein tägliches Nahverkehrsangebot geworden ist.

Stuttgarter Zeitung: „Die Mutmach-Bahn“

Den Auftakt machte im Sommer eine große Reportage der Stuttgarter Zeitung. Unter der Überschrift „Die Mutmach-Bahn“ begleitete Redakteur Andreas Geldner die Biberbahn und die Menschen hinter dem Projekt.

Der Artikel erzählt ausführlich die ungewöhnliche Geschichte der Ablachtalbahn: Eine Strecke, die trotz jahrzehntelanger Stilllegungsbestrebungen erhalten blieb und auf der seit 2021 wieder regelmäßig Freizeitverkehr angeboten wird. Dabei richtet die Reportage ihren Blick besonders auf das, was entlang der Strecke in Eigeninitiative entstanden ist.

Da sind neue Bahnübergänge, die den Betrieb schneller und einfacher machen. Da ist der neue Halt in Zizenhausen, dessen Bahnsteigkante aus einer ausrangierten Leitplanke besteht. Und da sind die Bürgerbahnsteige in Krauchenwies und Göggingen, für die Einwohner selbst mit angepackt, Unternehmen Material bereitgestellt und zahlreiche Menschen gespendet haben.

Allein der neue Halt Zizenhausen kostete laut Stuttgarter Zeitung rund 15.000 Euro. Auch an anderer Stelle beschreibt die Reportage Bahnsteige, die vollständig aus Spenden und Eigenleistung entstanden sind – ohne Steuergeld.
Die Reportage zeigt aber auch, warum sich Menschen überhaupt in diesem Umfang engagieren. Es geht nicht um Eisenbahnromantik allein, sondern um die Zukunft des ländlichen Raums: um selbstständige Mobilität für junge Menschen, um die Verbindung zum Bodensee und um die Frage, welche Infrastruktur kleinere Orte benötigen, um auch künftig attraktiv zu bleiben.

Die Stuttgarter Zeitung spannt deshalb den Bogen vom heutigen Freizeitverkehr bis zum eigentlichen Ziel: einem täglichen Nahverkehr auf der Ablachtalbahn. Die notwendigen Untersuchungen sind weit fortgeschritten, die Kommunen engagieren sich finanziell und vor Ort – nun kommt es insbesondere auf die weiteren Entscheidungen des Landes an.

→ Hier geht es direkt zum Artikel bei der Stuttgarter Zeitung (Abo erforderlich)

SWR Aktuell begleitet einen Fahrtag

Im August war dann ein Kamerateam von SWR Aktuell Baden-Württemberg auf der Ablachtalbahn unterwegs. Der daraus entstandene Fernseh- und Onlinebeitrag stellt vor allem das Ehrenamt in den Mittelpunkt.

Der SWR zeigt, was hinter einem ganz normalen Fahrtag steckt: Ehrenamtliche verkaufen Fahrkarten, schneiden Bäume und Büsche zurück, kümmern sich um die Infrastruktur und sichern Bahnübergänge. Auch die in Bürgerarbeit entstandenen Haltepunkte in Zizenhausen, Göggingen, Krauchenwies und Menningen-Leitishofen spielen eine wichtige Rolle.

Das Motto „Anpacken und nicht jammern“ zieht sich dabei durch den gesamten Beitrag.

Gleichzeitig beschäftigt sich der SWR ausführlich mit der Zukunft der Strecke. Die vorliegenden Untersuchungen bescheinigen der Reaktivierung einen volkswirtschaftlichen Nutzen, der über den Kosten liegt. Vorgesehen ist perspektivisch eine Verlängerung des heutigen Schienenverkehrs von Radolfzell über Stockach bis Mengen. Eine verbindliche Finanzierungszusage des Landes steht allerdings weiterhin aus.

→ Hier geht es direkt zum Artikel (inkl. Video) bei SWR Aktuell

Und plötzlich kommt das ARD-Morgenmagazin

Nur kurze Zeit später folgte der nächste Besuch – diesmal mit bundesweiter Reichweite. Im September kam ein Reporterteam des ARD-Morgenmagazins auf die Ablachtalbahn.

Auch das MOMA interessierte sich besonders für das ungewöhnliche Modell hinter der Biberbahn: eine vorhandene Eisenbahnstrecke, Kommunen und Ehrenamtliche, die über Jahre selbst Verantwortung übernommen haben, und ein Freizeitverkehr, der zeigen soll, welches Potenzial in der Verbindung zwischen Bodensee und Donau steckt.

Dabei ging es erneut um die vielen Aufgaben, die entlang der Strecke ehrenamtlich übernommen werden, um die Entwicklung der Infrastruktur und natürlich um das große Ziel: die Rückkehr des täglichen Personenverkehrs.

Dass die Geschichte der Biberbahn damit nicht nur im Regionalfernsehen, sondern auch im bundesweiten Morgenprogramm der ARD erzählt wird, freut uns besonders. Es zeigt, dass die Entwicklung der Ablachtalbahn inzwischen weit über die Landkreise Konstanz und Sigmaringen hinaus wahrgenommen wird.

Medieninteresse, das uns Rückenwind gibt

Natürlich freuen wir uns über jeden Fernsehbeitrag und jeden Zeitungsartikel. Vor allem aber freuen wir uns darüber, was inzwischen über die Biberbahn berichtet wird.

Die Geschichte wird nicht mehr nur als die einer Freizeitbahn erzählt. Im Mittelpunkt stehen zunehmend das bürgerschaftliche Engagement, pragmatische Lösungen, die Zusammenarbeit von Kommunen, Unternehmen und Ehrenamtlichen sowie die Perspektive für einen dauerhaften Nahverkehr auf der Schiene.

Dass Stuttgarter Zeitung, SWR und ARD-Morgenmagazin unabhängig voneinander genau diese Geschichte aufgegriffen haben, verstehen wir deshalb auch als Anerkennung für all diejenigen, die seit Jahren an der Ablachtalbahn arbeiten, Fahrgäste betreuen, Bahnsteige bauen, Spenden sammeln, Veranstaltungen organisieren oder das Projekt auf andere Weise unterstützen.

Schon 2025 zweimal Freizeittipp im SWR

Ganz neu ist die Biberbahn für die SWR-Zuschauer allerdings nicht. Bereits 2025 war die Landesschau zweimal bei uns zu Gast – damals mit dem Schwerpunkt auf der Biberbahn als Ausflugs- und Freizeitangebot.

Im Sommer ging es mit der Biberbahn unter anderem zum Campus Galli und an die Krauchenwieser Küste. Der SWR stellte dabei die Bahn als Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Strecke zwischen Stockach und Mengen vor.

Im Advent folgte der zweite Besuch. Historische Triebwagen, weihnachtliche Stimmung im Zug und gleich mehrere Weihnachtsmärkte entlang der Strecke sorgten damals für großen Andrang. Auch daraus entstand ein eigener Beitrag für die SWR-Landesschau.

Vom sommerlichen Freizeittipp über die Adventsfahrt bis hin zu ausführlichen Reportagen über Ehrenamt und Reaktivierung: Inzwischen ist eine ganze Reihe sehens- und lesenswerter Beiträge über die Biberbahn entstanden. Wir haben sie auf dieser Seite noch einmal zusammengestellt – und bedanken uns bei den Redaktionen für ihr Interesse an unserer Bahn und den Menschen dahinter.